Zeugenschaft. Episteme einer medialen und kulturellen Praxis

Das Graduiertenkolleg widmet sich dem Thema Zeugenschaft im Zeichen gegenwärtiger Umbrüche und fragt danach, auf welche Weise sich die epistemischen Bedingungen von Zeugenschaft aktuell verändern oder historisch verändert haben. Zeugenschaft wird dabei als eine mediale und kulturelle Praxis verstanden, die Wissen beglaubigt und legitimiert, aber dieses Wissen ebenso selektieren und manipulieren kann. Diese Praxis untersucht drei unterschiedliche Perspektivierungen:

1) Zeugenschaft als alltägliche Praxis: Hier werden unterschiedliche Strategien des Beglaubigens, des Bezeugens und der Vergegenwärtigung im Alltag als Modi der Wissensproduktion erforscht.

 2) Zeugenschaft als dokumentarische Praxis: Hier werden unterschiedliche Register der Zeugenschaft hinsichtlich ihrer dokumentarischen Funktion und der Valorisierung von Wissen untersucht.

3) Zeugenschaft als ästhetische Praxis: Hier widmet sich die Untersuchung der sinnlich-inszenatorischen Dimension von Zeugenschaft, die sich sowohl in künstlerischen als auch außerkünstlerischen Inszenierungen von Zeugenschaft wiederfindet.

Das Graduiertenkolleg „Zeugenschaft. Episteme einer medialen und kulturellen Praxis" ist eines von vier Kollegs, die Anfang 2018 zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in den Geistes- und Sozialwissenschaften für zwei Jahre vom GNK bewilligt wurden. Es ist eine interdisziplinäre Doktorand_innengruppe, die am  Institut für Film-, Theater-, Medienkultur- und empirische Kulturwissenschaft angesiedelt ist.

Beteiligte Wissenschaftler_innen: Prof. Dr. Alexandra Schneider (Sprecherin), Prof. Dr. Friedemann Kreuder, Jun.-Prof. Dr. Kristina Köhler, Prof. Dr. Gabriele Schabacher, Jun.-Prof. Dr. Sarah Scholl-Schneider, Prof. Dr. Michael Simon, Jun.-Prof. Dr. Julia Stenzel, Jun.-Prof. Dr. Mirko Uhlig, Jun.-Prof. Dr. Benjamin Wihstutz