Ringvorlesung Zeugenschaft I: Kulturen und Konjunkturen einer Wissenspraxis (WiSe 2017/18)

Sowohl gesellschaftliche als auch individuelle Erinnerungsprozesse finden derzeit vermehrt digital statt. Die sich verändernden Medienkulturen bedingen jedoch auch einen grundsätzlich im Wandel begriffenen Umgang mit Zeugenschaft. Zwischen sinnlicher Verbürgung und medial ermöglichter Teilhabe oszillieren die Legitimationspraxen zur Herstellung und Bewahrung von Glaubwürdigkeit. So ermöglicht etwa die aktuell zu beobachtende Partizipationskultur unmittelbare und selbstbestimmte mediale Zeugenschaft (zum Beispiel in Form von Katastrophenvideos etc.), andererseits aber auch Legitimationsstrategien durch den Einsatz von (Zeit-)Zeugenschaft im Bereich kultureller Bildung und Vermittlung. Die in Zusammenarbeit mit allen im IFTeK beteiligten Disziplinen konzipierte Ringvorlesung hat zum Ziel, Kulturen und Konjunkturen von Zeugenschaft ethnografisch zu beschreiben sowie kultur- und medienwissenschaftlich zu deuten. Neben der Beteiligung von Lehrenden aus dem IFTeK sowie weiteren Instituten der JGU werden Gastreferent_innen aus Wissenschaft und Praxis dem erlernten, tradierten und gelebten Umgang mit Konzepten des Wahrmachens und des Beglaubigens an konkreten alltäglichen Umsetzungen und Aushandlungen von Zeugenschaft nachgehen.

Vortragsprogramm

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